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Ausgabe 02/ 2004

Die ersten Aufsichtsratsvorsitzenden

In der Gründungsversammlung am 26. August 1910 wurde Bürgermeister Dr. Julius Finter zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats und Generaldirektor (Kabelwerke), Kommerzienrat Bernhard Spielmeyer zu dessen Stellvertreter gewählt.

Bürgermeister Dr. Finter war bei der Stadt Mannheim für die Versorgung der Bevölkerung mit den wichtigsten Lebensgütern zuständig, was besonders in der Kriegszeit 1914 – 1918, aber auch danach schwierig gewesen ist. Hier hat er sich große Verdienste erworben, sodass 1919 sein Ausscheiden aus dem Dienst der Stadt Mannheim und bei der Gartenvorstadt – Genossenschaft außerordentlich bedauert wurde. Dr. Finter war vom Stadtverordnetenkollegium in Karlsruhe mit 91 von 92 Stimmen zum Oberbürgermeister gewählt worden. Der damalige Mannheimer Oberbürgermeister Dr. Kutzer hat seinerzeit einer Karlsruher Abordnung erklärt,“ dass es ihm zwar sehr schwer falle, Dr. Finter, auf dessen Mitarbeit in der schweren Übergangszeit er ganz besonders gerechnet habe, aus Mannheim weggehen zu lassen“. Der Generalanzeiger berichtete über ihn: „Er ist ein Mann der Tat und von nimmermüder Tätigkeit. Sein sachliches Auftreten im Bürgerausschuss errang ihm große Sympathien und allseitige Wertschätzung“. An anderer Stelle: „Kommt dem Scheidenden auf dem vorerwähnten Gebiete (Versorgung) das Hauptverdienst zu, so darf andererseits nicht verschwiegen werden, dass er auch seine übrigen Geschäfte mit vorbildlicher Sachkenntnis und Pflichttreue verwaltet und geleitet hat. Wir verweisen nur auf das nicht minder wichtige Gebiet des Grundstücks- und Wohnungswesens, auf dem die hervorragenden Kenntnisse und Eigenschaften des ehemaligen Richters in der vorteilhaftesten Weise zur Geltung gelangten“:

Nur notgedrungen gab Dr. Julius Finter im August 1914 den Aufsichtsratsvorsitz ab, um an Stelle der zum Kriegsdienst eingezogenen Vorstandsmitglieder Dr. Mörike und Richard Böttger im Vorstand der Genossenschaft tätig zu sein. Dieses Amt endete 1919 ebenfalls mit seiner gewonnenen Oberbürgermeisterwahl in Karlsruhe. 1933 ist Dr. Finter von seinem Amt zurück getreten. Dr. Julius Finter starb 1941 im Alter von 69 Jahren

Nach der ordentlichen Hauptversammlung im April 1915 wählten die Mitglieder des Aufsichtsrats den bisherigen Stellvertreter Kommerzienrat Spielmeyer zum Vorsitzenden. Er hatte sein Amt bis August 1920 inne. Spielmeyer hatte bei der Beschaffung von Baukapital sehr geholfen und dabei auch persönliche Mittel eingesetzt. Der Geschäftsbericht 1920 berichtete darüber: „Herr Generaldirektor Bernhard Spielmeyer, der langjährige, verdienstvolle Vorsitzende des Aufsichtsrats, sah sich genötigt, sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niederzulegen und eine Wiederwahl in den Aufsichtsrat abzulehnen. Die Hauptversammlung nahm mit größtem Bedauern von dieser Erklärung Kenntnis, verlor doch die Verwaltung damit die Mitarbeit eines der Gründer der Genossenschaft, der ihr seit ihrem Bestehen eine sehr umfangreiche und vielseitige Tätigkeit gewidmet hatte und insbesondere in den ersten Jahren eine der wesentlichsten Stützen war“.

Im Oktober 1919 wählte der Bürgerausschuss den im Ministerium des Innern tätigen Oberamtmann Dr. Otto Walli zum Nachfolger des nunmehrigen Oberbürgermeisters von Karlsruhe Dr. Finter zum neuen Bürgermeister. Als Bürgermeister Ritter in den Ruhestand trat, erhielt er als ständiger Vertreter des Oberbürgermeisters die Amtsbezeichnung „Erster Bürgermeister“. Die Neue Mannheimer Zeitung berichtete 1928: „Seiner Vertrautheit mit der Materie und der starken Initiative war es in der Hauptsache zu verdanken, dass die Bedarfsversorgung der Mannheimer Bevölkerung in den ersten schweren Jahren nach dem Kriege sich ohne größere Hemmungen vollzog. Er war auch für das gesamte Wohnungswesen zuständig. Auf seinen Vorschlag ist die Gründung der Gemeinnützigen Baugesellschaft zurückzuführen, die bisher 664 Wohnungen erstellte.“

Für kurze Zeit war Dr. Walli nach Ausscheiden von Dr. Finter im Vorstand tätig, um im Juli 1920 den Vorsitz im Aufsichtsrat zu übernehmen. Es war das Jahr, in dem erstmals ein hauptamtlicher Geschäftsführer Johann Kattermann bestellt wurde. Die Genossenschaft hatte damals immerhin schon 2026 Mitglieder und eine rege Bautätigkeit. Ein Teil der Schlosser- Installations- und Tüncherarbeiten wurden in eigener Regie ausgeführt. Die im Bau befindlichen Häuser bereiteten manche Schwierigkeit, insbesondere das Bedachungsmaterial war kaum zu beschaffen. Einige Baugruppen wurden deshalb statt der sonst verwendeten Biberschwänze mit Asbestschiefer eingedeckt. Für die Neubauten war elektrische Beleuchtung vorgesehen. Damit hatten auch Bewohner der fertigen Häuser Gelegenheit des Anschlusses an das Netz. Anfangs wurden auf Vorschlag der Stadt Gemeinschaftszähler gesetzt und die Stromkosten von der Genossenschaft abgerechnet. Wegen des sehr unterschiedlichen Stromverbrauchs der einzelnen Abnehmer bewährte sich dies aber nicht. Die Stadt war einverstanden, dass Einzelzähler gesetzt wurden.

Dr. Walli gehörte keiner Partei an, doch das Hakenkreuzbanner schrieb im November 1932 als Überschrift über einen Artikel „Außen farblos – innen rot“. Man wollte die Ablösung der Verwaltungsspitze vorbereiten, nicht nur OB Dr. Heimerich und Richard Böttger sollten durch Nazis ersetzt werden, sondern auch der Erste Bürgermeister Dr. Walli. Doch dazu kam es dann doch nicht. Man brauchte die Erfahrungen eines Dr. Walli, dem inzwischen zusätzlich das Finanzreferat übertragen wurde, auch nach 1933. Das Hakenkreuzbanner schrieb bei seinem 60. Geburtstag 1938: „Seiner weitschauenden und verantwortungsbewussten Leitung ist es mit zu verdanken, dass die Finanzen der Stadt Mannheim heute gesund und in Ordnung sind“.
Aus dem Aufsichtsrat der Gartenvorstadt – Genossenschaft ist Erster Bürgermeister Dr. Walli 1929 ausgeschieden. Im Geschäftsbericht 1930 ist zu lesen: „Herr Bürgermeister Dr. Walli war seit 2. Juli 1920 Vorsitzender unserer Genossenschaft und hat sich als solcher große Verdienste erworben. Sein Ausscheiden wurde allgemein sehr bedauert, umso mehr, als er bei jeder Gelegenheit für die Interessen der Genossenschaft eingetreten ist und den Vorstand stets mit Rat und Tat unterstützt hat. Wir sprechen Herrn Bürgermeister Dr. Walli im Namen der Gesamtgenossenschaft unseren aufrichtigsten Dank aus“. Sein Nachfolger in diesem Amt war Bürgermeister Wilhelm Büchner, der dadurch besonders bekannt wurde, dass er als Notlösung die Baracken für Obdachlose erstellen ließ, die so genannten „Büchner – Bauten“. Sie sollten nur kurze Zeit stehen, aber wie das bei Provisorien oft ist, sie überdauerten den zweiten Weltkrieg und standen noch sehr lange, bis in die 60er Jahre.

Walter Pahl