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Ausgabe 08/ 2005

Baden 2020 – die Zukunftsfähigkeit der Kreise und Städte

Wo und wie werden die Badener 2020 leben?
Von Akademiedirektor i. R. Wolfgang Enderle, Stuttgart


Der nachfolgende Aufsatz basiert auf der Studie „Deutschland 2020 - die demografische Zukunft der Nation" des von der Robert-Bosch-Stiftung (Stuttgart) unterstützten „Instituts für Weltbevölkerung und globale Entwicklung" in Berlin. Erstmals werden in dieser Ausarbeitung in ausführlichen Länderkapiteln und vor allem in einer Analyse der Zukunftsfähigkeit (auf Städte und Landkreise heruntergebrochen) Verläufe von 22 soziodemographischen und ökonomischen Kennzahlen bis zum Jahr 2020 erfasst. Die Darstellung soll eine Orientierungshilfe sein und Trends aufzeigen, die als Frühwarnung anzusehen sind und auch die Diskussion über die zu erwartende Situation anregen sollen.


Das Kapitel „Baden-Württemberg" der Studie trägt die Überschrift: „Wo die Zukunft zuhause ist". Damit ist schon angedeutet, welchen „Rang" der Südwesten unter den Bundesländern einnimmt.


In Baden-Württemberg


  • werden unter den Bundesländern die meisten Erfindungen pro Kopf der Bevölkerung gemacht,


  • ist nahezu ein Viertel der Beschäftigten in der Hochtechnologie tätig,


  • ist die Wirtschaftsstruktur nach wie vor mittelständisch geprägt,


  • ist die Kaufkraft heute die höchste aller Flächenländer,


  • ist die Zahl der Beschäftigten, trotz der allgemeinen Wirtschaftsflaute, um 3 % gestiegen,


  • ist die Zahl der Zuwanderer aus dem Ausland ungebrochen,


  • ist der Ausländeranteil unter allen deutschen Flächenländern am höchsten,


  • ist die Einwohnerzahl von 6,6 Millionen zu Anfang der fünfziger Jahre auf 10,6 Millionen im Jahr 2002 gestiegen,


  • werden sieben Kreise – darunter Baden-Baden, Pforzheim und Mannheim – einen Bevölkerungsrückgang von mehr als 5 % haben,


  • wird die Bevölkerung in den Landkreisen Rastatt und Freudenstadt den höchsten Zuwachs haben.





Baden-Württemberg im Einzelnen

Die „Gesamtnote" für das gesamte Bundesland und die einzelnen Kreise ergibt sich aus den 22 Indikatoren
der Studie. Ein Vergleich der einzelnen Indikatoren ist zwischen den Kreisen im Landesbereich Baden aus Tabelle 2 ersichtlich. Ein Vergleich der Bundesländer ist in den Tabellen 1 und 3 dargestellt. Die Bewertung
der einzelnen Indikatoren und die „Gesamtnote" gehen von 1 (= beste Bewertung) bis 6 (= am schlechtesten). Nähere Ausführungen zur Bewertung finden sich auf Seite 4.

Die Indikatoren sind in 6 Bereichen zusammengefasst:

  1. Demografie

    Wo heute wenig Kinder geboren werden, wo ein Mangel an jungen Menschen, insbesondere an potenziellen Müttern besteht, muss die nächste Generation schrumpfen. Durch Abwanderungsbewegungen verstärkt sich diese Entwicklung noch.

    Nach allen Prognosen wird das Bevölkerungswachstum im Südwesten noch zwei Jahrzehnte anhalten; das „Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung" prognostiziert bis 2020 ein Plus von 1,5 %. Profitieren werden z. B. die Landkreise Bodensee und Heilbronn-Land; dagegen wird in einigen großen Städten eine (weitere) Abwanderung ins Umland erfolgen.

    In Baden-Württemberg leben überdurchschnittlich viele junge Menschen, was u.a. an den Zuwanderern liegt: Sie kommen jung ins Land und bringen in ihrer neuen Heimat auch Nachwuchs zur Welt. Ihre vergleichsweise hohe Kinderzahl sorgt dafür, dass im Südwesten mit 1,47 Babys je Frau deutlich mehr Nachwuchs geboren wird als im deutschen Durchschnitt (1,37). Baden-Württemberg ist auch das einzige Bundesland, in dem noch immer mehr Menschen geboren werden als sterben. Infolge von Zuzug und Geburtenüberschuss (2001 waren es 7.270 Personen) ist der Südwesten das „jüngste" Bundesland, was es auch in den nächsten 20 Jahren bleiben wird. Im Jahr 2020 soll der Anteil der unter
    18-Jährigen etwa 16,2 % betragen.

    Der in unserer Region über Jahrzehnte gewachsene Wohlstand hat sich auch günstig auf die Lebenserwartung ausgewirkt: In den vergangenen 30 Jahren hat sie sich um 17 Jahre erhöht (was der deutsche Spitzenwert ist). Bei Frauen beträgt sie 82,7 Jahre und bei Männern immerhin 77 Jahre. Baden-Württemberg ist damit das beste Beispiel dafür, dass eine hohe Lebenserwartung für die Altersstruktur nicht problematisch sein kann, solange genügend Kinder geboren werden und Zuwanderer zuziehen. Bei der Demografie liegt der Südwesten mit dem Wert 3,05 an der Spitze der Bundesländer. Dass die „Noten" für die einzelnen Kreise und Städte unterschiedlich ausfallen, ist natürlich (siehe Tabelle 2). Besonders interessant sind die Abweichungen vom Mittelwert in den bereits erwähnten Kreisen Heilbronn-Land und Baden-Baden.

  2. Wirtschaft

    Wirtschaftlich erfolgreiche Kreise ziehen Menschen an, strukturschwache Gebiete verlieren. Wirtschaftsdaten wie Kaufkraft und Bruttoinlandsprodukt sind wichtig für die Leistungsfähigkeit von Kommunen und die Attraktivität von Regionen.

    Baden-Württemberg erreicht hier einen Wert von 2,81, was erneut der Spitzenwert unter den Bundesländern ist. Für die einzelnen Kreise (siehe Tabelle 2) weichen die Werte erheblich voneinander ab. Die Extremwerte liegen bei 2,1 für Heilbronn und 3,9 für Freiburg. Die beste Entwicklung im Südwesten zeigt der Arbeitsmarkt in der Region Südlicher Oberrhein zwischen Offenburg und Freiburg, wo die Zahl der Beschäftigten um 5 % zugenommen hat.


  3. Ausländer-Integration

    Die Integration von Ausländern ist wichtig, um „Parallel-Gesellschaften" zu vermeiden. Ausländer müssen u. a. mit Sprachkenntnissen und Ausbildungsmöglichkeiten versorgt werden.

    Die schlechten Werte in diesem Bereich (Baden-Württemberg liegt im unteren Drittel) sind auffallend – auch im Vergleich unter den Bundesländern. Hier scheint doch ein erhebliches Defizit zu liegen, wenn man den hohen Ausländeranteil bedenkt. Der Südwesten hat mit 12,2 % den höchsten Ausländeranteil aller Flä-chenländer. In Stuttgart, Mannheim und Heilbronn ist jeder Fünfte ein Immigrant.


  4. Bildung

    Die intellektuelle Leistungsfähigkeit der Menschen ist das wichtigste Kapital einer Gesellschaft, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können.

    In diesem Bereich wird wieder ein Spitzenwert erreicht. Trotzdem sind beim Indikator 18 (= Hochqualifizierte) deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Kreisen erkennbar. Führend sind (fast selbstverständlich) die Universitätsstädte Freiburg, Heidelberg und Karlsruhe; dagegen schneiden einige Kreise weit unterdurchschnittlich ab.



  5. Familienfreundlichkeit

    Eine stabile Gesellschaft braucht Nachwuchs. Kinder benötigen ein „familienfreundliches Umfeld" (wie Kindergärten, Schulen, Spielkameraden usw.). Die Zahl der Familien ist rückläufig - bereits in 36 % aller deutschen Haushalte lebt nur noch eine Person.

    In diesem Bereich liegen anscheinend - wenn auch in den einzelnen Kreisen unterschiedlich - deutliche „Defizite". Dies trifft offensichtlich auf die Städte in besonderem Maße zu.


  6. Flächennutzung

    Der Zustand der Umwelt natürliche Freiräume und Erholungsräume prägen die Attraktivität von Standorten.

    Die Studie zeigt, dass Baden-Württemberg im Ländervergleich nicht besonders attraktiv ist; unsere Region liegt hier unter allen 16 Bundesländern nur an zehnter Stelle. Auffallend ist die Häufung der schwachen Bewertung beim Indikator 22 (= Fremdenverkehr).



Gesamtbetrachtung zu Deutschland

Mit 83 Millionen Einwohner(inne)n ist Deutschland das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union: Warum müssen wir uns dann Gedanken zum demographischen Verlauf machen? Die Wirklichkeit ist die, dass die Kinderzahl seit 100 Jahren zurückgeht. 1935 war das letzte Jahr, in dem die Frauen im Mittel 2,1 Kinder bekamen. Jede Kindergeneration ist seit 1970 um ein Drittel kleiner als die ihrer Eltern! Hochgerechnet würde es bald mit dem „Volk der Dichter und Denker" zu Ende gehen...

Ausgeglichen wurde diese Entwicklung bislang durch die gestiegene Lebenserwartung (im vergangenen Jahrhundert um 31 Jahre!). Auch die zwölf Millionen Menschen mit „Migrations-Hintergrund" tragen - zumindest vorerst noch - zur Auffüllung der Lücken bei. Damit hat es aber bald wohl ein Ende. Das Statistische Bundesamt hat nämlich berechnet:


  • Bis 2050 sinkt die Bevölkerung in Deutschland um zehn Millionen Menschen - trotz einer unterstellten weiter steigenden Lebenserwartung und einer Einwanderung von 200.000 Personen.


  • Kämen nur 100.000 Einwanderer(innen), würde die Bevölkerung um 16 Millionen sinken.


  • Ohne Migranten ginge die Bevölkerung um 30 Mio. auf 54 Millionen zurück - so viele Menschen lebten Anfang des 19. Jahrhunderts in Deutschland.



  • Die Krise der Renten- und Krankenversicherung hat den (bisher vielfach verdrängten) wirklichen Umfang des demografischen Wandels deutlich gemacht. Die Folgen sind in vielen Lebensbereichen (Schulen, Handel, Wohnbedarf, Industrie) spürbar. Die neuen Bundesländer haben in den vergangenen Jahren bereits vorgemacht, was den alten Bundesländern noch bevorsteht. Der Osten Deutschlands hat insbesondere wegen Kinderarmut und Abwanderung zwei Millionen Menschen verloren.

    Der Teufelskreis „kumulativer Schrumpfungsprozess" (so Regionalforscher Prof. Gans von der Universität Mannheim) ist auch in anderen Bundesländern nicht mehr aufzuhalten. Junge leistungsfähige Menschen ziehen aus schwachen Regionen weg, die Nachfrage nach Gütern sinkt, Betriebe schließen, Steuereinnahmen brechen ein, Gemeinden müssen Leistungen kürzen, Bibliotheken schließen und die Grundversorgung (mit Ärzten, Schulen, Schwimmbädern, Verkehrsverbindungen usw.) erodiert, Die Konsequenz ist, dass weitere Menschen wegziehen - eine Abwärtsspirale ohne Ende ist in Gang gesetzt ...


    Deutschland auf einen Blick

    Die Gesamtbewertung aller deutschen Landkreise und kreisfreien Städte ergibt sich eindrucksvoll aus der abgebildeten Deutschlandkarte. Das Nord-Süd- und das Ost-West-Gefälle werden dabei deutlich sichtbar. Unter den 13 Schlusslicht-Kreisen liegen allein neun in den neuen Bundesländern. In naher Zukunft werden kritische Grenzen der Einwohnerdichte - unterhalb derer eine gesunde Infrastruktur nur noch mit hoher Geldförderung möglich ist - in manchen Kreisen unterschritten. Die trifft allerdings nicht nur auf Gebiete im Osten, sondern zunehmend auch für Kreise im Westen zu.
    Am besten schneiden Baden-Württemberg und Bayern ab. Diese „zukunftsträchtigen" Regionen werden die Gewinner im Wettbewerb um junge, qualifizierte Menschen sein, wobei die Attraktivität noch durch einen relativ hohen Freizeitwert unterstützt wird. Aber selbst hier hängt, was den Bevölkerungsbestand betrifft, die Zukunft von der Zuwanderung ab.