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Ausgabe 10/ 2006

Göttlicher Kakao


An dunklen Herbsttagen hilft Kakao – zuckersüß oder chilischarf – trübe Stimmung zu vertreiben.
Der Siegeszug des stimulierenden Schokotranks währt schon Tausende Jahre.


Wenn im Herbst die Tage wieder grau werden und die Stimmung trübe, kann eine heiße Schokolade die Lebensgeister wecken. Sobald die Wärme des heißen Getränks nämlich den ganzen Körper durchzieht und der süße Geschmack ganz nebenbei angenehme Kindheitserinnerungen aufsteigen lässt, entfaltet der Stimmungsaufheller Kakao seine wohlige Wirkung. Das liegt auch daran, dass Kakao die Produktion des Glückshormons Serotonin anregt.

Die heiße Schokolade kann aber nicht nur ein Gefühl von Behaglichkeit verbreiten. Gewürzt mit Chili oder Pfeffer, wirkt sie auch sehr belebend. Das wussten schon Maya und Azteken, die das Getränk vor allem wegen seiner anregenden Wirkung schätzten. Sie bereiteten Kakao zu, indem sie im Mörser zermahlene Kakaobohnen etwa mit Mais, Vanille und Chilipulver in Wasser verquirlten. Das bittere und zugleich scharfe Ergebnis hatte allerdings wenig Ähnlichkeit mit dem sanften, cremigen Getränk, das wir heute kennen.

Quelle der Weisheit

Die alten Kulturen Mittel- und Südamerikas, die Olmeken, Maya und Azteken, sahen in der Kakaofrucht ein Geschenk der Götter, das sie entsprechend verehrten. Die „xocoatl", eine Zusammensetzung aus den Worten „xoco", bitter, und „atl", Wasser, galt als Quelle der Weisheit und großer Energie. Die Bohnen waren indes nicht nur gefragtes Genuss-, sondern auch Zahlungsmittel. Ein Truthahn kostete damals etwa 2.000 Kakaobohnen, ein Kaninchen nur 100. Daran gemessen muss der Aztekenherrscher Montezuma sagenhaft reich gewesen sein: In seinen Schatzkammern lagerten angeblich eine Milliarde Bohnen.

Auch als Liebestrunk erfreute sich der Kakao vor Tausenden von Jahren großer Wertschätzung. Der Legende nach gönnte sich Montezuma als Stimulans täglich 50 Tassen des „schaumigen Wassers". Und auf den Schaum legten auch die Maya besonderen Wert. Um in dessen Genuss zu kommen, wurde die Flüssigkeit immer wieder aus großer Höhe von einem Gefäß in ein anderes gegossen.

Die spanischen Eroberer vermochten dem bitteren Getränk zunächst allerdings nichts abzugewinnen, das ihnen die Einheimischen nahe zu bringen versuchten. Erst die richtige Süße brachte sie schließlich doch noch auf den Geschmack: Die Idee, das Schokoladengetränk mit reichlich Rohrzucker oder Honig anstelle von bitter-scharfen Gewürzmischungen zu bereichern, verhalf dem Kakao bei den Spaniern zum Durchbruch. Danach trat die heiße Schokolade ihren Siegeszug auch in Europa an. Dabei war der Verzehr des Kakaos aber zunächst einmal dem Adel vorbehalten und etablierte sich etwa an den Höfen in Spanien und auch in Frankreich als königliches Getränk.

Später dann genossen auch betuchte Bürger die flüssige Schokolade in eigens eingerichteten Kakaostuben. Bei der Verbreitung half auch, dass die Kunde seiner kräftigenden Wirkung schnell die Runde machte. Ärzte waren voll des Lobes: „Ihr, die ihr krafftlos seyd, die Chocolate ists, die euch erquicken soll", heißt es etwa in einem Ratgeber aus dem Jahr 1705. Und 1717 wies ein Mediziner auf die angenehmen Nebenwirkungen des tropischen Heißgetränks hin: „Es stärcket den Magen, macht die Lebensgeister hurtig, verdünnt die Säfte und Geblüth, hilft zur Venus-Lust." Heilungskraft wurde dem Kakao damals unter anderem gegen Fieber und Magenschmerzen zugeschrieben - kein Wunder also, dass Kakao in Apotheken verkauft wurde.

Den sagenhaften Effekten des Kakaos spürt auch die zeitgenössische Forschung nach. Mit wissenschaftlichen Methoden ergründet sie, was vor allem Kinder intuitiv immer wieder schnell erkennen: Der Genuss von Schokolade in flüssiger wie in fester Form sorgt für Glücksgefühle. Kakao ist aber tatsächlich auch gesund. Denn in den Bohnen stecken neben Mineralstoffen und Spurenelementen wie Kalium, Vitamin E und Magnesium vor allem auch so genannte Polyphenole, die unter anderem entzündungshemmend wirken.

Gesundheitsfördernde Wirkung

Die Polyphenole - besonders die so genannten Catechine - schützen Studien zufolge die Körperzellen und wirken Gefäßveränderungen entgegen. Die Stoffe, von denen im Kakao etwa die gleiche Menge enthalten ist wie in grünem Tee, helfen so etwa einem Herzinfarkt vorzubeugen. Schon 50 Gramm bittere Schokolade, deren Kakaoanteil mindestens 60 Prozent beträgt, beugt Herz- und Kreislaufproblemen vor. Bitterschokolade wirkt sich auch bei Bluthochdruck positiv aus.

Das Geheimnis um die aphrodisierende Wirkung des Kakaos haben Forscher inzwischen ebenfalls enthüllt. Sie entdeckten, dass außer Kakao und der daraus gewonnenen Schokolade kein anderes Nahrungs- und Genussmittel so reich ist an Phenylethylamin. Diese Substanz ist verwandt mit Dopamin und Adrenalin, die der Körper als anregende Stresshormone freisetzt.

Wenngleich der Kakao die Stimmung aufhellt, so ist er doch kein echtes Rauschmittel. Zwar ist das Phenylethylamin den Amphetaminen ähnlich, die ihre schädliche Wirkung beispielsweise in der Modedroge Ecstasy entfalten. Jedoch sind die Inhaltsstoffe etwa in einer Vollmilchschokolade so gering, dass derjenige, der einen Rauscheffekt spüren will, davon schon 20 bis 30 Kilogramm auf einmal essen müsste.

Die unerwünschte Nebenwirkung von allzu großem Schokogenuss sind allerdings zusätzliche Pfunde. Doch gerade kommt eine neue Variante von flüssiger Schokolade in Mode, welche die entspannende Wirkung von Kakao ohne Kalorienzufuhr bieten will: Immer mehr Hotels und Schönheitsinstitute offerieren so genannte Schokotherapien: Das sind Ganzkörpermassagen mit einem Öl, in dem Schokolade aufgelöst wurde. Der mehrere tausend Jahre alte Siegeszug des Göttertranks ist also noch lange nicht zu Ende.