Gartenstadt-Genossenschaft Mannheim eG
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Ausgabe 06/ 2004

Die Architekten
Hermann Esch, Arno Anke, Dr. Max Schmechel

Die Mannheimer Gartenstadt, von den Architekten Hermann Esch (1879-1956) und Arno Anke (1879-1968) entworfen, ist unter den deutschen Gartenstädten eines der städtebaulich besten Beispiele. Mannheim hatte damals rund 200.000 Einwohner. Geeigneter Wohnraum, vor allem für minderbemittelte Bevölkerungskreise, stand nur ungenügend zur Verfügung. Es musste dem “Wohnungselend” etwas entgegengesetzt werden. Das führte zur Gründung der “Gartenvorstadt-Genossenschaft”, mit deren Planung die Architekten Esch und Anke beauftragt wurden. Der geniale Lageplan der beiden Architekten fand bei einem Wettbewerb unter den verschiedenen Vorschlägen als bester die Zustimmung der Stadtverwaltung und der Genossenschaftsorgane. Aber auch die Entwürfe der Grundrisse und vieler künstlerischer und mit viel Liebe gestalteter Details wurden mit Begeisterung aufgenommen. Die Reihenhäuser und freistehenden Einzelhäuser mit unterschiedlichen Wohnungsgrößen sorgten für eine ausgewogene Bewohnerstruktur, so dass keineswegs eine “Armeleutesiedlung” entstand 1911 wurden die ersten Bauten an der Waldpforte in Angriff genommen. Ende 1914 waren schon 174 Familien in der Gartenstadt wohnhaft. Esch und Anke waren zu diesem Zeitpunkt bereits zum Kriegsdienst einberufen. Der zuvor bei der Baugenossenschaft Dresden-Hellerau beschäftigte und nun bei uns tätige Bauführer Steinke vollendete wegen dem eingetretenen Materialmangel unter großen Schwierigkeiten die schon begonnenen weiteren Bauabschnitte. Dann gab es jedoch eine Baupause, bis 1919 endlich der erste Spatenstich für weitere 195 Häuser erfolgen konnte.

Die Häuser der Gartenstadtsiedlung, schon lange unter Denkmalschutz stehend, beschrieb 1917 der Assistent an der Mannheimer Kunsthalle Willi F. Storck dermaßen: “Sie sind nicht ärmlich und dürftig, nicht spielerisch und ländlich, sondern tragen ehrlich und bewusst auch im Einzelnen eine gewisse monumentale Art zur Schau. Von außen angebrachten Schmuck vermeiden sie; die Klarheit und Würde ihrer Verhältnisse, die sorgsame Durchführung an sich schmückender Detailformen (Fenster, Brüstung, Treppe, Balkon usw.) gibt ihnen Reichtum und Schönheit”. Schade, dass Inflation, Weltwirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit die Vollendung des Gesamtkunstwerks Gartenstadt nach den Plänen Esch und Anke verhinderten – dem Westring konnte der vorgesehene Ostring und weitere Straßenzüge nicht mehr folgen.

Arno Anke wohnte im Haus Am grünen Hag 16, das im Krieg völlig zerstört und in etwas abgeänderter Form wieder aufgebaut wurde. Bei einem Besuch von Marie-Luise Zürcher (Geschichtswerkstatt Gartenstadt) bei dem in der Gartenstadt aufgewachsenen Sohn Dr. Herbert Anke (90) erzählte dieser: “Der Garten hatte einen parkähnlichen Charakter, in dem viele Statuen von überwiegend aus Karlsruhe stammenden Künstlern standen. Sie waren Entwürfe für Denkmäler”. Arno Anke zeichnete für viele Siedlungen in Mannheim verantwortlich, u. a für Teile der Schönau-
siedlung, Bäckerweg, Baldurstraße, Nebenerwerbssiedlungen usw.

Wie Arno Anke war auch Hermann Esch sehr kunstsinnig, sie waren zusammen ein bedeutendes Team. Sie haben neben den Plänen für die Gartenstadt z.B. auch den 11 m hohen Obelisken zu Ehren der Gefallenen des Mannheimer Grenadierregiments 110, dem auch Ludwig Frank angehörte, entworfen. Bei seiner Einweihung waren über 6.000 Menschen in den Nibelungensaal gekommen, unter ihnen viele hohe Militärs, Oberbürgermeister Dr. Theodor Kutzer sowie die Bürgermeister Böttger und Dr. Walli. Willy Birgel sprach einen Prolog. Das Ehrenmal stand im Mittelstreifen des Friedrichsringes (Nähe Collini-Straße), musste später aber der Straßenbahntrasse weichen und wurde 1954 auf dem Hauptfriedhof errichtet. 1958 erhielt das Denkmal eine Gedenktafel die an über 9.000 Tote des Mannheimer Traditionsregiments erinnert.

Als der Ruf der Mitglieder nach einer Gartenstadtsiedlung im Süden der Stadt immer lauter wurde, fand man zwischen der Speyerer- und Niederfeld-Straße ein geeignetes Gelände. Den bei Heinrich Lanz und anderen südlich des Neckars ansässigen Firmen beschäftigten Mitgliedern, darunter auch viele Bahn – und Postbedienstete, sollte Rechnung getragen werden. Der Mannheimer Architekt Max Schmechel (1892-1966) wurde nach einem Wettbewerb, bei dem er den ersten Preis erhalten hatte, mit der Planung beauftragt. 1921 konnte mit den ersten 50 Einfamilienhäusern in der “Almensiedlung” begonnen werden, doch stand dieser Beginn unter einem ungünstigen Stern. Die zunehmende Geldentwertung bereitete den Organen der Genossenschaft große Probleme.

Nur mit Unterstützung durch Arbeitgeberdarlehen von Post, Bahn und Stadt war es möglich, die Pläne des renommierten Architekten zu verwirklichen. Eine gute Mannschaft in Vorstand und Aufsichtsrat war dazu eine wichtige Voraussetzung. Der Kalkulator Adolf Ludwig, der als einer der ersten in die Mönchwörthstraße einziehen konnte, wurde deshalb in den Aufsichtsrat der Genossenschaft gewählt. Ihm gehörte er bis 1931 an und wechselte dann in den Vorstand, dem er ununterbrochen bis 1948 angehörte. Er darf deshalb als einer der “Väter des Almenhofs” bezeichnet werden. 1960 wurde der “Gartenstadt-Ehrenring” geschaffen. Adolf Ludwig und der Arbeitsgerichtsrat Heinrich Altmann, einer der ersten Bewohner der Gartenstadt, der von 1922 bis 1931 und von 1946 bis 1961 im Vorstand tätig war, sind seine ersten verdienten Träger.

Dr. Max Schmechel baute natürlich nicht nur den Almenhof, sondern für die Genossenschaft auch 13 Fünfzimmerhäuser am Kalmitplatz, die später in privates Eigentum überführt wurden. Eines der Häuser erwarb Dr. Schmechel selbst.
Einen Namen hat sich dieser Architekt aber vor allem in zahlreichen evangelischen Sakralbauten gemacht, u.a. durch die Marcus- Konkordien- Johannis- und Emmauskirche in Mannheim, aber auch Kirchen in Hemsbach, Ludwigshafen, Landau, Kaiserslautern, Freiburg, Pforzheim, Essen und vielen anderen Orten. Dr. Schmechel gehörte der Landessynode an und war in zahlreichen kirchlichen Gremien tätig. Sein vielseitiges und anspruchsvolles Architekturbüro hinderte ihn auch nicht daran, sich politischen Aufgaben zuzuwenden. 1930/31 gehörte er dem Mannheimer Stadtrat an und 1931/32 entsandte ihn die Partei “Christlich-Sozialer Volksdienst” in den Reichstag.
Nach dem Krieg war er von 1956 bis 1962 als Stadtrat für die CDU in wichtigen Ausschüssen tätig. Sein Wort hatte Gewicht, zumal er
als Vorsitzender der
Architektenkammer Mannheim-Stadt seine Berufs-
kollegen hinter sich wusste.

Die Gartenstadt-Genossenschaft hat allen Grund, die Leistungen der genannten Architekten in besonders schweren Zeiten der Genossenschaftsgeschichte nicht zu vergessen. Wir sind ihnen zu großem Dank verpflichtet.

WALTER PAHL