Gartenstadt-Genossenschaft Mannheim eG
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vom 16.8.2017 16:04 Uhr

  • Wohnungen
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    • Käfertal:
      3 Zimmer, Küche, Bad, sep.WC, Loggia, Garage, 3.OG links, 87.78m2
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    • Käfertal:
      4 Zimmer, Küche, Bad, sep.WC, 2 Loggien, Stellplatz, 2.OG links, 96.44m2
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      4 Zimmer, Küche, Bad, sep.WC, Einfamilienhaus , Terrasse, Garten, Garage, EG+OG, 109.72m2
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Walter-Pahl-Haus

Anlässlich des fünften Todestages von Walter Pahl am 16.1.2016 wurde das Mehrgenerationenhaus Langer Schlag 48-50 in Walter-Pahl-Haus benannt. Den Text der Laudatio mit vielen interessanten Informationen zu Walter Pahl finden Sie am Ende dieser Seite.

Auf dieser Seite finden sie bereits jetzt weiterführende Informationen zu Walter Pahl verlinkt. Wir werden diese in Zukunft weiter ergänzen.

Laudatio

Liebe Frau Pahl, liebe Familie Pahl, meine sehr geehrten Gäste,

im noch erst 16 Tage jungen neuen Jahr und allen guten Wünsche auf ein erfolgreiches und möglichst gesundes Jahr 2016, begrüße ich Sie ganz herzlich und freue mich sehr, dass Sie unserer Einladung zu Ehren unseres früheren Ehrenvorsitzenden und jahrzehntelangen Genossenschaftsvorstandes Walter Pahl gefolgt sind.

Genau 5 Jahre nach seinem Tod wollen wir, die Gartenstadt-Genossenschaft Mannheim eG, Walter Pahl durch die Benennung dieses Hauses, in dem wir uns befinden, mit seinem Namen ehren.

Die Gartenstadt-Genossenschaft hatte bis heute in ihrer über 100jährigen Geschichte 35 Vorstandsmitglieder mit kürzerer oder längerer Amtsdauer. Die weitaus längste Amtzeit als Vorstand hat Walter Pahl, als 27. Vorstandsmitglied, mit 47 Jahren Dauer zu verzeichnen. Wenn man richtigerweise seine anfängliche Geschäftsführertätigkeit, ohne Vorstand zu sein, dazuzählt, sind dies sogar 53 Jahre, die er sich mit voller Kraft für das Wohl seiner Gartenstadt-Genossenschaft eingesetzt hat. Walter Pahl hat aber nicht nur die längste Amtszeit im Vorstand aufzuweisen, er war vielmehr - abgesehen von der Leistung, die Genossenschaft initiiert und gegründet zu haben, welches Verdienst vor allem Dr. Otto Moericke, dem späteren OB von Speyer und Konstanz zufällt - das bedeutendste Vorstandsmitglied in der Geschichte unserer Genossenschaft. Er hat nach den Schrecken des 2.Weltkrieges die Gartenstadt-Genossenschaft noch einmal neu erfunden und zu von niemandem geahnter Größe und Leistungskraft zum Wohl ihrer Mitglieder geführt.

Die 37 Jahre alte Gartenstadt-Genossenschaft, auf die Walter Pahl 1947 als junger Mann von 23 Jahren traf, befand sich seit Ende der zwanziger Jahre in schlechtem wirtschaftlichen Zustand, nach dem 2. Weltkrieges sogar in einem sehr schlechten Zustand. Ihre ca. 800 Vorkriegswohnungen bestanden zu einem größeren Anteil aus Ruinen. Fast kein Genossenschaftshaus war ohne Kriegsschäden. Geld oder Material für Reparaturen gab es kaum. Die Perspektiven aus heutiger Sicht waren alles andere als gut. Doch Walter Pahl, ermuntert vom ersten Direktor der GBG, Robert Platz, der auch bei mehreren Genossenschaften in Aufsichtsrat oder Vorstand tätig war, traute sich die riesige Aufgabe zu. Er hat den Wiederaufbau nach dem Krieg geschafft und viel mehr, als man damals selbst mit kühnsten Erwartungen hoffen konnte.

1947, in einer Zeit als es in Deutschland allgemein und überall an allem mangelte, erkannte Walter Pahl die Kraft der Genossenschaftsidee. Die Überzeugung, dass man mit Gemeinschaftsgeist und Zusammenhalt, mit Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung, also mit Genossenschaft, sehr viel erreichen kann, ließ ihn von da an sein ganzes Leben nicht mehr los. Die Genossenschaftsidee wurde für ihn zum Motor seines Antriebs und seines Erfolgs bei seiner Gartenstadt-Genossenschaft. Ja, in späteren Jahren wurde er zum Botschafter des Genossenschaftsgedankens weit über Mannheim, Deutschland und Europa hinaus, von Indien bis in die USA. Bekanntlich erhielt er daher in Baltimore dafür die Ehrenbürgerwürde.

Doch zunächst musste sich hier bei der Gartenstadt-Genossenschaft tatkräftige Selbsthilfe bewähren. Durch eigenen beispielhaften körperlichen Einsatz, wie Mithilfe bei der Schuttbeseitigung oder beim Abladen von Baustoffen oder bei Abbrucharbeiten gelang es dem neuen Geschäftsführer das Vertrauen der Mitglieder zu gewinnen. Mit einem Moped fuhr Walter Pahl zu den Sägewerken und Ziegeleien nach Östringen und Wiesloch, um Material für den Wiederaufbau zu ergattern. Nach und nach konnten so die beschädigten Häuser teilweise auch durch die Mitglieder selbst repariert und sogar einige abgebrannte Häuser wiederaufgebaut werden. Der Durchbruch bei der Wiederherstellung der zerstörten und beschädigten Gebäude gelang aber erst nach der Währungsreform 1948. Nun gab es wieder jede Menge Material und auch arbeitswillige Handwerker.

1954 war der Wiederaufbau fast vollendet und Neubau für die Bewältigung der übergroßen Wohnungsnot stand im Raum. Gegen diesen Vorschlag des inzwischen in den Vorstand aufgerückten Geschäftsführers gab es in den damaligen Generalversammlungen heftigen Widerstand. Die bei der Genossenschaft wohnenden Mitglieder wollten nicht so leicht einsehen, dass für die Wohnungssuchenden und nicht zur weiteren Verbesserung ihrer Wohnverhältnisses das wenige vorhandene Geld ausgegeben werden sollte, das noch dazu über steigende Mieten wieder hereingebracht werden musste. Durch Überzeugungsarbeit gelang es Walter Pahl jedoch immer wieder Mehrheiten für seine Baupläne zu erreichen. Der Selbsthilfegedanke und die Solidarität innerhalb der Genossenschaft funktionierten.

Zur Finanzierung konnte er mehrere Firmen, wie Daimler-Benz, Motorenwerke oder Post, davon überzeugen, größere zinslose Darlehen für die Neubautätigkeit der Gartenstadt-Genossenschaft zu überlassen. Denn, an die in den 50ger Jahren sprudelnden öffentlichen Wohnungsbaugelder zu kommen, war für die Genossenschaft kaum möglich. Die Stadt achtete sehr darauf, dass diese Gelder zum weitaus überwiegenden Teil beim städtischen Wohnungsunternehmen ankamen, auf dessen Wohnungsvergabe die Stadt natürlich ihren vollen Einfluss hatte. Für Walter Pahl war dies ein besonderes Ärgernis, denn seiner Meinung nach wurden so die Genossenschaftsmitglieder, die ja durch ihren Kapitaleinsatz selbst etwas für die Herstellung ihrer Wohnungen tun mussten, quasi als Bürger zweiter Klasse behandelt. Diese Erfahrung war mit ein Grund dafür, dass er sich 1964 für den Gemeinderat aufstellen ließ, um so politischen Einfluss nehmen zu können. Auf die politische Seite von Walter Pahl soll hier aber heute nicht eingegangen werden. Genauso wenig, wie auf seine auch für unsere Genossenschaft bedeutende Tätigkeit im Verband badischer Wohnungsunternehmen oder im bundesweiten Spitzenverband GdW.

Nach den ersten Neubauten der Gartenstadt-Genossenschaft im Gebiet Sylter Weg und Waldpforte ging es Schlag auf Schlag weiter. Es wurde in der Neckarstadt gebaut und in Waldhof-Ost, im Kuhbuckelgebiet und schließlich wurde auch noch in den 60ger Jahren der größte zusammenhängende Wohnungsbestand der Genossenschaft mit über 600 Wohnungen auf der Vogelstang errichtet. Dabei hatte Walter Pahl immer ein überaus glückliches Händchen beim Aufspüren von bebaubarem Bauerwartungsland und beim Aushandeln der Grundstückspreise. Durch günstigste Grundstückspreise war bei den Herstellungskosten schon einiges gewonnen. So auch auf der Vogelstang, bis die Neue Heimat die Grundstückspreise dort in die Höhe trieb. Durch den Kauf von 93 Sozialwohnungen, den Walter Pahl mit dem Ladenburger Bürgermeister Reinhold Schulz aushandelte, expandierte die Gartenstadt-Genossenschaft erstmals über Mannheim hinaus. Anfang der 70ger Jahre hatte Walter Pahl den Wohnungsbestand der Genossenschaft durch sein Geschick beim Kauf der Grundstücke und bei der Finanzierung der Bauten auf ca. 3000 Wohnungen erhöht.

Mit dem anwachsenden Wohnungsbestand wuchsen natürlich auch die Aufgaben der Verwaltung. Konnte Walter Pahl den damaligen Aufsichtsrat schon Anfang der 50ger Jahre von den Vorteilen einer zentralen Geschäftslage in der Innenstadt überzeugen, so brachte erst der Kauf eines Gebäudes in K2, 12-13 genügend Platz und Möglichkeiten für die Ausweitung des Geschäftsbetriebs und den im Jahr 1987 errichteten Neubau.

Bis zum Ausscheiden von Walter Pahl aus dem Vorstand, im Jahr 2000, kamen nochmals ca. 1200 Genossenschaftswohnungen entweder durch Neubau oder durch Zukauf dazu. Nachdem die Gartenstadt-Genossenschaft bei Beginn seiner Tätigkeit nur in der Gartenstadt, auf dem Almenhof und in Friedrichsfeld mit ihren Gebäuden vertreten war, hat es Walter Pahl in der Zeit seiner Vorstandstätigkeit erreicht, den Genossenschaftsmitgliedern in fast allen Mannheimer Stadtteilen und darüber hinaus in Ladenburg, Edingen und Ilvesheim Wohnungen zur Verfügung zu stellen. 1947 hatte die Genossenschaft ausschließlich Erbbaugrundstücke, in der Gartenstadt auf dem Almenhof und in Friedrichsfeld. Bei seinem Ausscheiden aus dem Vorstand befanden sich alle Grundstücke bis auf ein Erbpachtgrundstück in Ilvesheim im Eigentum der Gartenstadt-Genossenschaft.

Bei all diesen, seinen Erfolgen hat es Walter Pahl immer verstanden und darauf legte er größten Wert, die Mitglieder als Eigentümer der Genossenschaft von seinen Plänen zu überzeugen, sie einzubinden und mitzunehmen. Nur so ist es auch zu erklären, dass die Mitglieder dank seiner Tätigkeit ihrer Genossenschaft so viel Vertrauen entgegenbrachten, dass die Geschäftsguthaben von der DM-Eröffnungsbilanz im Jahr 1948 in Höhe von 390.000 DM auf 28,6 (14,6) Mio DM und die Spareinlagen von 121.000 DM auf 101 (51,6) Mio DM im Jahr 2000 anstiegen. Schon in der Amtszeit von Walter Pahl konnten die von der Genossenschaft zum Wohnungsbau eingesetzten Bankkredite durch diese Mitgliedergelder zusammen mit den erwirtschafteten Rücklagen weitgehend abgebaut werden. Darüber hinaus hat er aber auch die Grundlagen dafür gelegt, dass die Gartenstadt-Genossenschaft heute keinerlei Kreditfinanzierung mehr benötigt und damit insbesondere von öffentlichen Bindungen unabhängig und nur den Interessen der Mitglieder verpflichtet ist. Der genossenschaftliche Selbsthilfe- und der Selbstverantwortungsgedanke ist damit bei der Gartenstadt-Genossenschaft äußerst ausgeprägt. In der Amtszeit von Walter Pahl stieg die Bilanzsumme von 2,5 Mio DM auf knapp 238 Mio DM an.

Meine Damen und Herren,

Sie können aus diesen wenigen, zusammenfassenden Ausführungen, da bin ich mir sicher, ermessen, welche überragende Bedeutung Walter Pahl für die Entwicklung der Gartenstadt-Genossenschaft nach dem 2. Weltkrieg hatte und bis heute hat.

Die Gartenstadt-Genossenschaft ist das Lebenswerk von Walter Pahl.

Selbst als Ehrenvorsitzender nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand hat er sich für die Genossenschaft eingesetzt. Zuletzt, im Jubiläumsjahr 2010 war er sogar noch der Verfasser des Jubiläumsbuchs. Leider konnte er dann zu seinem größten Bedauern an den Jubiläumsfeierlichkeiten aufgrund seiner Krankheit nicht mehr teilnehmen.

Ohne das Wirken von Walter Pahl wären die Leistungen der Genossenschaft für ihre Mitglieder nicht denkbar.

Walter Pahl hat sich um die Gartenstadt-Genossenschaft Mannheim eG verdient gemacht.

Wir wollen den heutigen Tag zum Anlass nehmen, auch ein äußeres Zeichen unserer Wertschätzung und unseres Dankes für Walter Pahl zu manifestieren. Aufsichtsrat und Vorstand haben sich daher entschlossen, dieses Haus nach dem verstorbenen Ehrenvorsitzenden zu benennen.

Das Haus steht auf einem ehemaligen Erbpachtgrundstück der Genossenschaft, das mit gewaltsamer Überredung der Genossenschaft abgenommen wurde, um darauf ein nationalsozialistisches Propagandakino zu errichten. Nachdem das Kino und auch die nachfolgenden Einzelhandelsgewerbe nicht mehr florierten, konnte die Genossenschaft das Grundstück erwerben. Seit 2004 steht darauf ein überwiegend von Mitgliedern im Seniorenalter genutztes gemischtes Wohn- und Geschäftshaus. Vor dem Abriss des Kinogebäudes hat Walter Pahl hier noch eine viel beachtete Ausstellung über den Widerstand gegen den Nazionalsozialismus durchgeführt.

Wir meinen daher, dass gerade dieses Haus bestens geeignet ist, unseren Dank und unser Andenken an Walter Pahl auszudrücken.

Liebe Frau Pahl, Sie und überhaupt die ganze Familie mussten häufig auf die Tätigkeit Ihres Mannes Rücksicht nehmen. Wir möchten Ihnen dafür danken. Und ich überreiche Ihnen als kleines Zeichen der Wertschätzung einen Blumenstrauß.

Meine Damen und Herren, ich bitte Sie nun mit mir zusammen die Enthüllung von Schrift und Tafel vorzunehmen.

Danach bitte ich Sie alle zu einem kleinen Umtrunk.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und vielen Dank, dass Sie heute an dieser weiteren Würdigung des Lebenswerkes von Walter Pahl teilgenommen haben.